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Die Flucht

Ich lernte in Stuttgart meine große Liebe kennen. Irgendwann haute er in einer Nacht und Nebel Aktion ab, ohne mir "Auf Wiedersehen" zu sagen und ließ mich sitzen. Monate später erfuhr ich, dass er nach Berlin gegangen ist. Begründung kam keine, Aussprache bis Heute nicht. Ich ging nach Freiburg, noch weiter weg von Allem. Warum ich Dir das Alles erzähle? Dies Alles ist die Kurzform dessen, was das Vorspiel für das Leben ist, das mich später prägen sollte. Soviel nun für heute. Muss erstmal durchatmen
2.11.13 22:15


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Der Beginn

So, wie angekündigt fange ich heute mal an. Auf Einzelheiten während meiner Kindheit komme ich vielleicht hier und da mal am Rande zu sprechen. Diese war aber so beschissen, dass ich davon das Meiste verdrängt habe. Bin männlich, mittlerweile 45 Jahre alt und weiss, dass ich HIV - positiv sind, seit 1997. Ich bin schwul, lebe zwei Leben. Habe früher in der Gastro gearbeitet, wo eigentlich jeder wusste, das ich schwul bin. Später hab ich in den sozialen Bereich gewechselt, in dem es nicht mehr so einfach ist, offen schwul zu leben. Hier wissen es nur wenige. Nach einer beschissenen Kindheit mit Hänseleien in der Schule, schlagenden Eltern, einem cholerischen Beamten-Vater, einer Mutter, die es ihrem Mann immer Recht machen wollte, entwickelte ich mich nach meinem Auszug weit weg von zu Hause in Stuttgart vom hässlichen Entlein zu einem schönen Schwan und kostete mein Leben in vollen Zügen aus. "Frischfleisch" in der schwulen Scene zu sein, hat es mir einfacher gemacht, meine Jahre zuhause im penibel-bürgerlichen Hinterland-Kaff in Hessen hinter mir zu lassen. Meiner Mutter habe ich mit 22 erzählt, dass ich schwul bin. Sie war nicht geschockt, aber genauso wenig begeistert. Einziger Kommentar:"Das erzählen wir aber mal lieber nicht Deinem Vater, der schlägt Dich tot" Natürlich hat sie es ihm am gleichen Tag noch erzählt, was zur Folge hatte, das ich mich mal wieder erniedrigen lassen musste vom allerfeinsten! Sätze wie: "Schwule gehören vergast wie zu Hitlers Zeiten" waren da bald noch die angenehmste Variante. Dieser Satz übrigens fiel im Laufe der Jahre dann auch nicht nur einmal. Ist es nicht toll, zu sehen, das Eltern hinter einem und zu einem stehen, wenn man sie am Nötigsten braucht? Dies führte dazu, das ich immer weniger nach Hessen fuhr und versuchte, den Kontakt so gering wie möglich zu halten. Mein Verantwortungsbewusstsein ließ mich aber den Kontakt nicht gänzlich abbrechen. Allerdings werde ich seit dem Tag von meinen Eltern auch nicht mehr gefragt, wie es mir geht, ob ich nicht mal wieder eine neue Liebe habe oder ob ich glücklich bin und was ich in meinem Leben so mache. Mit der Zeit merkte ich, das Stuttgart wohl nicht das Wahre war, um dauerhaft glücklich zu sein. Ich war immer hungrig nach dem Leben, wollte Abwechslung und zurückblickend kann ich heute sagen, dass ich immer auf der Flucht war. Auf der Flucht vor mir selbst, meinen Gefühlen, meinem Leben und meinem Unglücklichsein. Hungrig nach Bestätigung, Liebe und Wohlfühlen. Soviel für Jetzt, weiter geht es später oder morgen.
1.11.13 15:01


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